Heim Telefonanlage

Telefon zu Hause

Sie können bestehende Telefone daran anschließen. So können beispielsweise Warteschlangen, interaktive Sprachmenüs oder individuelle Ansagen mit einer professionellen Telefonanlage einfach eingerichtet werden. Nur in Verbindung mit einer Telefonanlage wird die volle Leistungsfähigkeit des Festnetzes genutzt.

Hausvernetzung über Telefonanlage und Zusatzgeräte

Das automatische und ferngesteuerte Heim ist noch nicht im Markt erobert. Insbesondere die Telefonanlage erfüllt jedoch die Anforderungen, um als zentrales Steuerungs- und Automatisierungsgerät für das Zuhause zu fungieren. Die Geräte sind dezentral in einem Wohnhaus oder einer Ferienwohnung aufgestellt, haben Zugriff auf das öffentliche Fernsprechnetz und in zunehmendem Maße auch auf das Intranet. Außerdem sind bereits die notwendigen Bausteine und Verbindungen vorhanden, mit denen Haustechnikfunktionen realisiert werden können.

Zahlreiche Telefonanlagenhersteller haben dieses Themengebiet daher für sich selbst erkannt. Beinahe ein klassischer Begriff in diesem Zusammenhang sind so genannte Türsprechanlagen, d.h. die Gegensprechanlage der Glocke am Haus- oder Nischeneingang. Läutet hier ein Gast oder Postbote, kann dieser "Anruf" wie ein Ruf an eine Durchwahl der Telefonanlage angenommen werden und bei Bedarf kann die Türe durch Eingabe eines Codes oder über eine Funktion im Menü Telefon geöffnet werden.

Der technische Aufwand für diese Funktionalität ist verhältnismäßig gering: Türstationen werden in der Regel über eine Kupfer-Zwillingsleitung verbunden, d.h. nicht anders als eine Analogtelefonie. Relevante Anbieter wie Keiler, Siemens oder Wantec haben die entsprechenden Lösungsansätze im Programm, und einige PBX-Hersteller wie Agfeo oder Auerswald bieten auch das für ihre Systeme geeignete Zubehör an. Damals, als Gigaset noch eine Siemensmarke war, präsentierte der Produzent die Türstation HC450, die eigens für diese Telefonanlagen entwickelt wurde.

Da dieses beliebte Accessoire einige Zeit nicht mehr erhältlich war, hat Siemens es kürzlich aufgrund der sehr hohen Nachfragen neu aufgelegt und stellt es nun für 349 EUR zum Verkauf. Zusätzlich zur vorgestellten Verbindungsvariante über Kupferdoppeladern (a/b-Schnittstelle) gibt es nun auch Türsprechanlagen, die über einen DECT-Funk oder ein IP-Netzwerk verbunden sind.

Ähnlich wie bei analogen Türsprechanlagen, d.h. über die a/b-Schnittstelle, können auch andere Sensorik und Aktorik wie z. B. Bewegungsdetektoren oder Fernlichtschalter an einige Telefonsysteme angedockt werden. Manche Anbieter wie z. B. die Firma AGFEEO offerieren für ihre Telefonanlage zusätzliche Module, die den Anschluss an professionelle Hausinstallationssysteme wie den EIB (Elektroinstallationsbus) ermöglichen, der bei komplexen Steuerungen vielfach eingesetzt wird.

Jeder, der sein Zuhause bereits für mehrere tausend EUR zu einem "Smart Home" mit Heizungs- und Rollladensteuerung ausgebaut hat, ist in der Praxis auf die EIB-Verkabelung angewiesen und kann solche Anlagen mit EIB-Schnittstelle über seine Telefonanlage per Mobiltelefon oder DVB-T-T fernsteuern. Zur endgültigen Verankerung der vernetzten Haustechnik im breiten Markt greifen viele Produzenten daher verstärkt auf die grafische, IP-gestützte Digitalvernetzung der betroffenen Bauteile zurück.

Vor diesem Hintergrund sorgte die Bekanntgabe von AVM (dem Hersteller der populären Fritzboxen) im Frühling 2012 für den Einstieg in den Smart Home Markt mit von Powline gesteuerten Steckdosen oder dem neuen Normstandard DECT ULE (Ultra Low Energy) für große Aufregung. Der für Oktober 2012 vorgesehene Fritz Starkstromadapter 520E (149 Euro) oder die Fritz DECT 230 DECT ULE-Buchse (49 Euro) kann über eine Smartphone-App oder eine Webschnittstelle für die angeschlossenen elektrischen Geräte wie z. B. Leuchten ein- und ausgeschaltet werden und deren Leistungsaufnahme simultan gemessen und erfasst werden.

Durch in die Anschlussdosen integrierte Sensorik wie Helligkeits-, Temperatur- oder Volumenzähler können einzelne Automatikfunktionen realisiert werden - zum Beispiel das Zuschalten eines Lüfters bei ansteigender Zimmertemperatur im Sommereinsatz. WLAN, DECT und Powerline lösen zum einen die bisher notwendige, aufwändige Sonderverkabelung ab - wie bereits beim Triumphzug der Home-Networking im Bereich Daten und Unterhaltung.

Auf der anderen Seite wird mit der IP-Kommunikation der seit langem mangelnde einheitliche Maßstab im Smart Home Markt weiterentwickelt, der es ermöglichen würde, Lösungsansätze verschiedener Anbieter zu kombinieren. Auch die Telefonanlagenhersteller werden wahrscheinlich auf diesen Wagen setzen - dann wird ferngesteuerter Wohneigentum über das Netz nicht mehr lange eine utopische Angelegenheit sein.

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