Wer seinen Gasverbrauch im Haushalt senken möchte, setzt am besten zuerst an der Heizung an, denn dort wird mit Abstand am meisten Gas verbraucht. Mit ein paar gezielten Maßnahmen lässt sich der Verbrauch spürbar reduzieren, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen.
Wo verbraucht ein Haushalt am meisten Gas?
Gas wird in den meisten Haushalten hauptsächlich zum Heizen genutzt. Ein kleinerer Teil fließt in die Warmwasserbereitung und, wenn vorhanden, in einen Gasherd. Weil die Heizung den größten Anteil ausmacht, ist sie auch der wichtigste Hebel, wenn du deinen Gasverbrauch senken willst. Kleine Änderungen am Heizverhalten und an der Haustechnik haben dort die größte Wirkung.
Richtig heizen: Temperatur und Zeiten anpassen
Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart merklich Gas. Eine Raumtemperatur von rund 20 Grad im Wohnbereich ist für die meisten Menschen angenehm und gleichzeitig sparsam. Im Schlafzimmer reichen oft 16 bis 18 Grad völlig aus. Drehe die Heizung in Räumen, die du tagsüber kaum nutzt, weiter herunter, aber nicht ganz aus. Zu starkes Auskühlen kostet beim Wiederaufheizen wieder extra Energie.
Nutze die Zeitschaltuhr deiner Heizungsanlage oder eines smarten Thermostats. Wenn du zur Arbeit gehst, kann die Heizung automatisch auf eine niedrigere Temperatur schalten und kurz vor deiner Rückkehr wieder hochdrehen. Das spart Gas, ohne dass du jeden Tag daran denken musst.
Heizkörper und Thermostate optimal einstellen
Heizkörper können ihre Wärme nur gut abgeben, wenn die Luft frei darum zirkulieren kann. Stelle keine Möbel direkt davor und hänge keine Vorhänge über den Heizkörper. Entlüfte Heizkörper einmal im Jahr, zum Beispiel vor Beginn der Heizsaison. Wenn der Heizkörper oben warm, aber unten kalt bleibt, ist Luft im System, und das kostet unnötig viel Gas.
Thermostatventile regeln die Temperatur in jedem Zimmer einzeln. Stelle sie auf die passende Stufe für den jeweiligen Raum. Stufe 3 entspricht bei den meisten Ventilen ungefähr 20 Grad. Drehe das Ventil rechtzeitig herunter, wenn du das Haus verlässt oder ins Bett gehst.
Richtig lüften, damit die Heizung nicht umsonst arbeitet
Falsches Lüften ist eine häufige Ursache für hohen Gasverbrauch. Kipplüftung klingt praktisch, zieht aber über Stunden Wärme aus dem Raum und kühlt die Wände ab. Besser ist kurzes Stoßlüften: Öffne Fenster für drei bis fünf Minuten weit, so tauscht sich die Luft schnell aus, ohne dass die Wände auskühlen. Drehe dabei die Heizkörper kurz herunter und danach wieder hoch.
Warmwasser sparsam nutzen
Auch die Warmwasserbereitung verbraucht Gas. Kürzere Duschen helfen direkt, den Gasverbrauch im Haushalt zu senken. Dusche statt Baden spart zusätzlich viel Warmwasser. Ein sparsamerer Duschkopf, ein sogenannter Sparduschkopf, reduziert den Wasserfluss, ohne dass sich die Dusche schwächer anfühlt. Kontrolliere außerdem, ob dein Warmwasserspeicher auf zu hohe Temperaturen eingestellt ist. Für die meisten Haushalte reichen 55 bis 60 Grad aus, um Bakterien abzutöten und gleichzeitig Energie zu sparen.
Praktische Checkliste: So senkst du deinen Gasverbrauch Schritt für Schritt
- Wohnräume auf etwa 20 Grad einstellen, Schlafzimmer kühler lassen
- Zeitprogramm an der Heizung einrichten für Nacht und Abwesenheit
- Heizkörper einmal jährlich entlüften
- Keine Möbel vor Heizkörper stellen
- Stoßlüften statt Kipplüften
- Duschen statt Baden, Duschzeit verkürzen
- Warmwassertemperatur auf 55 bis 60 Grad einstellen
- Türen zu wenig genutzten Räumen geschlossen halten
- Rollläden und Vorhänge abends schließen, um Wärme im Raum zu halten
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Neben Heizung und Warmwasser gibt es weitere Stellen, an denen Gas oder Wärme verloren geht. Undichte Fenster und Türen lassen kalte Luft herein. Dichtungsbänder aus dem Baumarkt sind günstig und schnell angebracht. Rollläden und schwere Vorhänge vermindern den Wärmeverlust über die Fenster, besonders nachts.
Wer längerfristig denkt, kann über eine Heizungsoptimierung nachdenken. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit warmem Wasser versorgt werden und die Anlage effizienter arbeitet. Das ist ein Eingriff für einen Fachbetrieb, kann aber den Gasverbrauch dauerhaft senken.
Die Summe vieler kleiner Schritte macht den Unterschied. Wer beim Gasverbrauch im Haushalt konsequent spart, merkt das nicht nur an der nächsten Jahresabrechnung, sondern tut auch etwas für die Umwelt.
Veelgestelde vragen
Welche Raumtemperatur spart am meisten Gas?
Im Wohnbereich sind rund 20 Grad ein guter Kompromiss zwischen Sparsamkeit und Komfort. Im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. Jedes Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Gasverbrauch spürbar.
Lohnt es sich, die Heizung nachts ganz abzudrehen?
Die Heizung nachts komplett abzuschalten lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Das Wiederaufheizen am Morgen kostet dann extra Gas. Besser ist es, die Temperatur nachts auf eine niedrigere Stufe zu reduzieren, zum Beispiel auf 16 Grad, statt die Heizung ganz auszuschalten.
Wie oft sollte ich Heizkörper entlüften?
Heizkörper sollten mindestens einmal im Jahr entlüftet werden, am besten vor Beginn der Heizsaison im Herbst. Ein Zeichen dafür, dass Luft im System ist: Der Heizkörper wird oben warm, bleibt aber unten kalt oder macht gurgelnde Geräusche.
Was ist ein hydraulischer Abgleich und hilft er beim Gassparen?
Bei einem hydraulischen Abgleich stellt ein Fachbetrieb die Heizungsanlage so ein, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit warmem Wasser versorgt werden. Das vermeidet, dass manche Räume überheizt und andere zu kalt bleiben. Eine gleichmäßig arbeitende Anlage verbraucht insgesamt weniger Gas.
Spart Stoßlüften wirklich mehr als Kipplüften?
Ja. Beim Stoßlüften, also dem vollständigen Öffnen der Fenster für wenige Minuten, tauscht sich die Luft schnell aus, ohne dass die Wände auskühlen. Dauerhaftes Kipplüften lässt hingegen über Stunden Wärme entweichen und erhöht den Gasverbrauch deutlich.